Brauchen wir eine Ausländer-Quote für alle Schulklassen?
Von N. BLOME und H. KAUTZ
Deutschland diskutiert den neuen PISA-Test. Eine bittere Wahrheit: Würden nur die Schüler, die deutsche Eltern haben, gemessen werden, schnitten alle Bundesländer im internationalen Bildungsvergleich deutlich besser ab – sieben wären unter den PISA-Top-Ten bei Naturwissenschaften (beim Lesen ist das Bild ähnlich).
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„Jugendliche mit Migrationshintergrund erreichen in allen Ländern ein deutlich geringeres Niveau als Jugendliche ohne Migrationshintergrund“, sagt die
Studie. Der Lernrückstand betrage bis zu zwei Schuljahre.
Brauchen wir AUSLÄNDER-QUOTEN für Schulklassen?
Laut der PISA-Studie 2003 sacken oberhalb von 20 Prozent Zuwanderer-Kindern in einer Klasse Lerntempo und -erfolg deutlich ab.
NRW-CDU-Chef Jürgen Rüttgers forderte deshalb schon damals Quoten, die die Zahl der Migrationskinder begrenzen. Das sei im Interesse der jungen Ausländer selbst.
Aber durchgesetzt wurde eine Quote nie.
So sähen die PISA-Ergebnisse bei Naturwissenschaften aus, wenn Migrationskinder rausgerechnet werden
Die FAKTEN:
• In Großstadtvierteln mit hohem Ausländeranteil sind Kinder deutscher Eltern oft klar in der Minderheit. Besonders häufig tun sich Kinder aus türkischen, italienischen und albanischen Familien schwer. Die Testergebnisse bessern sich sofort, wenn zu Hause Deutsch gesprochen wird.
• In den neuen Bundesländern (die bei PISA besser abschneiden) ist der Anteil von Zuwanderer-Kindern nahe null, im Westen haben ein Viertel aller Schüler ausländische Eltern. Tendenz steigend. Diese verfügen noch dazu überdurchschnittlich nur über ein geringes Einkommen.
Innenminister Wolfgang Schäuble ist gegen Quoten. BILD sagte er: „PISA zeigt erneut, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund im Durchschnitt erkennbar hinter ihren deutschen Klassenkameraden liegen. Deshalb brauchen wir mehr Förderunterricht, mehr Lehrer und gezieltere Ausbildung zukünftiger Lehrer. Außerdem müssen die Eltern mit Migrationshintergrund ihre Kinder unseren Kindergärten anvertrauen.“
Mehr Politik
Lehrerverbands-Chef Josef Kraus fordert bundesweit verbindliche Sprachtests vor der Einschulung – und Strafen für Eltern, die nicht darauf achten, dass ihre Kinder die Schule besuchen.
Kraus: „Die Schule kann nicht reparieren, was eine reichlich romantische Zuwanderungspolitik in Deutschland an Fakten geschaffen hat.“
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