Ausland
EU-Mission vor Somalia
Deutsche Marine schlägt Piraten in die Flucht
Wenige Tage nach Beginn ihrer Beteiligung am EU-Einsatz "Atalanta" hat die Bundeswehr einen Piratenangriff auf einen ägyptischen Frachters vereitelt. Piraten hatten versucht, die "Wabi al Arab" zu entern. Die deutsche Fregatte "Karlsruhe" entsandte daraufhin einen Hubschrauber, der die Angreifer vertreiben konnte.
Von Marc Engelhardt, ARD-Hörfunkstudio Nairobi
Der Funkspruch erreichte die "Karlsruhe" in den Morgenstunden: Da waren somalische Piraten dabei, den Frachter "Wabi al Arab" anzugreifen, unterwegs von der ägyptischen Hafenstadt Suez nach Asien. Von der deutschen Fregatte stieg daraufhin einer der beiden Kampfhubschrauber auf. Als er am Horizont erschien, stellten die Seeräuber das Feuer ein und zogen ab.
Ein verletztes Crewmitglied des ägyptischen Handelschiffes wurde von deutschen Ärzten behandelt: Bei einem heftigen Schusswechsel zwischen den Piraten und der Besatzung war der Mann offenbar am Bein verletzt worden.
Erster Einsatz im Rahmen von "Atalanta"
[Bildunterschrift: Ein Helikopter steigt von der Karlsruhe auf ]Der Piratenangriff am ersten Weihnachtsfeiertag ist der erste, den die deutsche Fregatte Karlsruhe im Rahmen der EU-Mission "Atalanta" abgewehrt hat. Erst zwei Tage zuvor hatte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung die Fregatte im Hafen von Dschibuti verabschiedet und dabei in deutlichen Worten von einem Kampfeinsatz gesprochen. Ein robustesteres Einsatzmandat als das, welches die mehr als 200 deutschen Soldaten zur Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika haben, hat es in der Geschichte der Bundeswehr noch nicht gegeben.
Golf gilt als gefährlichstes Gewässer der Welt
[Bildunterschrift: Ein Bundeswehr-Hubschrauber kontrolliert einen Hafen vor Dschibuti. ]Das Meer vor Somalia und der Golf von Aden, der zum Suezkanal führt, gelten derzeit als die gefährlichsten Gewässer der Welt. Mehr als 100 Schiffe haben Piraten dort in diesem Jahr angegriffen, von ihren Basen aus, die im regierungs- und gesetzlosen Somalia liegen. Die Europäer wollen mit ihrer Mission "Atalanta" für mehr Sicherheit zumindest vor der Küste sorgen: Vier Marineschiffe und drei Aufklärungsflugzeuge sind dazu im Einsatz.
Eine Premiere war der weihnachtliche Einsatz für die "Karlsruhe" und ihren Kapitän Hans Joachim Kuhfahl indes nicht: Schon in den vergangenen Wochen hatte die Fregatte immer wieder Piraten in ihren umgebauten Fischerbooten verjagt. Damals noch ohne EU-Auftrag, sondern im Rahmen der Nothilfe auf See.Stichwort: Atalanta: Der Name Atalanta oder Atalante stammt aus der griechischen Mythologie. Er bezeichnet eine Heldin, die mit den Männern, die sie heiraten wollten, um die Wette lief. Alle die besiegt wurden erwartete der Tod. Hippomenes besiegte die amazonenhafte Heldin durch List, indem er bei dem Wettlauf drei goldene Äpfel fallen ließ, nach denen sich Atalanta während des Wettlaufs bückte.Während die NATO für ihre Missionen Doppelnamen verwendet wie "Enduring Freedom" im Anti-Terror-Kampf oder "Amber Fox" in Mazedonien, greift die EU traditionell auf die griechische Mythologie zurück. So benannte sie 2003 ihre Kongo-Mission "Artemis" nach der griechischen Göttin der Jagd und den 2004 beschlossenen Finanzierungsmechanismus für ihre Auslandseinsätze nach der Zeus-Tochter "Athena".
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